22. März 2016

#Dienstagspost



 Letztens habe ich einen Spruch gelesen, der den Anstoß für diesen Post gab: 

"Als Kind musikalische Früherziehung und wenn das Kind später DJ wird, ist das Drama groß."

Schon als Kind wird uns beigebracht in Normen zu denken. Beim Ausmalen sollen wir innerhalb der Linien bleiben, beim Ausschneiden am Rand vorsichtig sein, damit es gut aussieht. Ist das eigentlich gut so? 
Grenzen sind wichtig und jedes Kind braucht welche, genauso wie Stolpersteine. So gern wie ich als Mutter meinem Kind das Leben erleichtern möchte, so sehr brauchen die Kinder die Erfahrungen in ihrem Leben. 
Wenn wir mal ehrlich sind: Wir sagen zu anderen es ist gut, wenn das Kind anders ist und sich individuell entwickelt. Aber hören wir auf die Stimme, die in uns wohnt, merken wir, dass da die Angst vor dem Anderssein spricht. Man versucht die Stimme gut zu verstecken. Aber diese Stimme ist heimtückisch und kehrt immer wieder in den Kopf zurück. Lassen wir der Stimme freien Lauf, vergiftet diese erst unsere Gedanken und dann, wenn sie es geschafft hat, fängt sie an sich auszubreiten. Wie ein Virus. Wenn ein Bereich eingenommen ist, dann wird der nächste erobert. So werden aus Gedanken Taten. Man ermahnt das Kind für seine Individualität, nicht bewusst und schon gar nicht offiziell. Denn öffentlich wird die Meinung vertreten: Das Kind soll sich frei entfalten. Na klar! Wenn es dann nach der Schule sagt, es will Künstler werden, oder gar die Schule für den Traum abbricht, werden doch die meisten von uns mir selbst würde es nicht anders ergehen verrückt. „Brotlose Kunst“ „Lern was Vernünftiges“ etc. sind doch dann die Sprüche, die wir von uns geben. Wir wollten doch, dass das Kind sich frei entfaltet. Tut das Kind es, sind wir unzufrieden, ja fast schockiert. Im beisammen sein von anderen werden dann zwei Strategien eingeschlagen: Die erste ist das Thema „Kind und seinen Werdegang“ vermeiden oder wenn das Gespräch darauf kommt (und glaub mir, der Mensch braucht etwas zum Vergleichen) man lobt das Kind in höchsten Tönen. Ein Hoch auf den, der es ehrlich meint! Wir sind nun mal so gestrickt. Vergleichen und Schubladendenken erleichtert uns das Leben, sonst würden wir einige Stunden für schon ganz einfache Entscheidungen brauchen.
Um auf den Satz von oben nochmal zurück zu kommen: Wer bestimmt denn was gut ist/aussieht? Was richtig oder falsch ist? Wie ist es denn bei so etwas wie: Du sollst anderen nicht weh tun.
Soll man bei einem Partner bleiben, den man nicht mehr liebt, aber den man weh tun würde, wenn man sich trennt?
Wenn jemand mit seinem Leben zufrieden ist, wer sind wir darüber zu urteilen, ob es derjenige geschafft hat? Ein Beispiel für das was ich meine: Wenn Eltern ihren Kindern einen Weg aufzwingen, den die Kinder selbst gar nicht gehen wollen (z.B. Kind möchte lieber draußen spielen, als Ballerina zu werden), oder wenn jemand keine Ausbildung hat und sich mit Nebenjobs das Geld verdient, obwohl er mehr könnte. Wieso urteilen wir drüber?
Hätte diese Person es jetzt besser, wenn sie/er öfters im Malbuch innerhalb der Grenzen gemalt hätte?
Versteht mich nicht falsch, jeder benötigt Grenzen. Sie geben einem Halt. Allerdings sollten wir uns immer fragen: Ist die Grenze, die ich dem Kind auferlege eine von mir/meinen Partner oder ist es eine Grenze, die mir von der Gesellschaft auferlegt worden ist.

Eure Evi aus dem Norden
PS: Über Grenzen, die zum Schutz (ob nun in der Gesellschaft oder für das Kind) da sind brauchen wir nicht zu reden. Diese sind hier auch nicht gemeint. Also bitte nicht falsch verstehen.

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