1. Mai 2016

Das Zuhause Gefühl im Urlaub


Als wir erfuhren, dass Sophie große Schwester wird, war uns schnell klar, dass diesmal Basti nicht nur Urlaub nehmen wird, sondern auch Elternzeit.  Wir haben viel hin und herüberlegt, da  ich bei Sophie zwei Jahre Elternzeit hatte und danach nicht mehr gearbeitet habe, sondern gleich in Mutterschutz gegangen bin (naja ich hätte knapp zwei Wochen gearbeitet und dann wäre ich in den Mutterschutz gegangen). Wir haben dann zusammen entscheiden, dass Basti 2 Monaten nach der Geburt Elternzeit nimmt und zwei Monaten vorm ersten Geburtstag.
Bedingt durch die schwere Geburt sind wir letztes Jahr zu Hause geblieben. Obwohl Basti frei hatte, war es nicht die Art von Entspannung, die man hat, wenn man weg fährt. Aus diesem Grund haben wir beschlossen den zweiten Teil der Elternzeit mit zwei Aufenthalten außerhalb der gewohnten vier Wände zu verbringen.
Bei der Überlegung wohin es gehen sollte (war mit wichtig), dass die Residenz nicht nur alles hat, sondern auch schön ist. Denn wenn man im April in Deutschland verreist ist das so ne Sache mit dem Wetter. Wenn man dann auch noch in Norddeutschland bleibt, steigt die Wahrscheinlichkeit an, dass es auch mal Schietwetter gibt. In diesem Fall möchte ich in ein heimeliges Zuhause kommen und mich da so wohl fühlen wie zu Hause.  Bei der Suche nach unserem Teilzeitheim war es echt ziemlich schwer etwas „schönes“ zu finden, also etwas was meinen Ansprüchen entspricht. Aber wie Ihr Euch denken könnt, bin ich fündig geworden! Nicht etwa auf einer der Urlaubsportale, NEIN sondern bei Instagram!
Immer mehr Ferienhausanbieter zeigen ihre Häuser bei  Instagram und dieses Haus hat es uns besonders angetan! Das Schwedenhaus von Föhr! Darin habe ich mich unsterblich verliebt! Nicht nur, dass es von außen wie ein Schwedenhaus aussieht, es ist auch wie eins (meiner Vorstellung nach) eingerichtet und nicht nur das: Die Liebe zum Detail ist faszinierend. Ob es der der kleine Hocker bei den Ohrensesseln ist, oder die offene Küche mit den typisch norddeutschen Fenstern (kleine Runde) + 2 große. Es passt alles zusammen und man hat gleich das Gefühl „ Hier bin ich zu Hause“!



Die Anreise gestaltete sich ziemlich unkompliziert. So unkompliziert wie es mit zwei Kindern halt sein kann. Mit dem Gepäck, das wir in unserem Auto verstauen mussten, hätten wir auch ein Dorf einkleiden können. Wir sind ernsthaft am Überlegen uns Dachgepäckträger zu holen mit einer Gepäckbox dazu. Es waren so typisch wir: Erst waren wir überpünktlich und dann haben wir die Fähre auf die letzte Minute erwischt. 



 Die Überfahrt selbst dauerte gefühlt vielleicht 20 min, obwohl diese 50 min betrug. Wir waren fast die ganze Zeit über draußen. Das Meer war ganz still und das Wasser fast so glatt wie die Oberfläche von Wackelpudding. Wir hatten vorsorglich dicke Winterjacken mit und obwohl es bewölkt war, war die Luft war so warm, dass wir irgendwann die Jacken abgelegt hatten.
Auf Föhr angekommen, ging es gleich runter von der Fähre und auf den direkten Weg zu unserem Ferienhaus. Die Fahrt nach Utersum dauert keine 20 min. Bei der Schlüsselübergabe wurden wir nett vom Herrn des Hauses in Empfang genommen und wurden kurz eingewiesen. Alleine als die Tür sich öffnete und wir den Flur betraten, kam ein „WOW“-Gefühl auf.  

 Zur Orientierung sind wir erst mal alle Räume abgelaufen und kamen nicht aus dem Staunen heraus. So schön und schnuckelig eingerichtet! Einfach klasse. Da hatte sich Karola wirklich ins Zeugs gelegt! Als wir fertig mit auspacken waren, kam Karola vorbei, die ich schon vom Schreiben von Instagram kannte. Eine tolle und herzliche Frau. Ich habe sie gleich gefragt ob es im Mietpreis dabei ist, dass ich die Küchenlampen mitnehmen darf *lach*. Sie hatte uns gleich noch ein paar Tipps bzgl. Essen, Restaurant, Bäcker etc gegeben.
Als wir fertig waren mit der Erkundung des Hauses konnten wir es uns nicht nehmen lassen zuerst den Strand zu erkunden.

Mit jedem Schritt dem wir dem Strand näher kamen, wurde ich irgendwie ungeduldiger. Fast wäre ich hin-gelaufen und nicht hin-spaziert. Als wir dann oben auf dem Deich standen… „Urlaub“  Hach diese Brise, die etwas Salz mit sich bringt, herrlich… wir blieben einige Zeit dort und sind dann wieder nach Hause spaziert. Nach dem Abendbrot brachten wir die Mädchen ins Bett und machten die Sauna an. Diese wird in kürzester Zeit warm und man kann super darin entspannen. Obwohl es draußen nicht all zu kalt war, geht Sauna immer, fast immer.

 Der Donnerstag startete mit einem schönen Frühstück. Basti und Fienchen hatten Brötchen besorgt und angefangen den Tisch zu decken, als Linnea und ich dazu kamen. Nach dem Frühstück ging es für uns nach Wyk zum Kutter  fahren. Die Karten können ganz einfach vor der Abfahrt im W.D.R. Gebäude gekauft werden.  Preis pro Person 19,50 € Kinder unter 4 Jahren fahren kostenlos mit.
Während wir darauf warteten, dass wir auf die „ MS Hauke Haien“ durften, konnten wir die anlegende Fähre vom Festland beobachten. Sophie hatte aber am meisten Spaß dabei Steine ins Meer zu schleudern.

Mit an Bord war eine Schulklasse aus Dortmund.
Während wir zu den Seehundbänken rausfuhren wurde zweimal das Netz runter gelassen und wieder eingezogen/geleert. Als wir bei den Seehundbänken angekommen waren, kam die Sonne raus und da fast kein Wind wehte, war es fast so warm wie im Sommer. 




 Sophie war hin und weg! Sie dufte Seegurken, Garnelen, Seesterne, Krebse usw. anfassen und bestaunen. Dass dort größere Kinder standen hat ihr nichts ausgemacht. „Darf ich bitte zum Seestern“ :D und schon machten ihr die großen Kinder Platz.




 Auf dem Rückweg ist der Kapitän herunter gekommen und hat uns etwas über den Fang erzählt. Im Moment sind wohl die Preise für Nordseekrabben extrem hoch. Normalerweise erhalten die Fischer um die 3,00 € pro Kilo und zur Zeit sind es über 11,00 €. Deshalb wird die Nordsee jetzt leer gefangen anstatt zu warten, bis sich die Krabben vermehrt haben :/
Zurück auf der Insel haben wir es uns nicht nehmen lassen einmal durch das Watt zu laufen. Linnea hielt ein Nickerchen im Kinderwagen und Sophie konnte ihrer Sammelleidenschaft nachkommen. Schneckenhäuser vom Einsiedlerkrebs, Herzmuscheln, Austern und und und alles was sie fand und für gut befand, wurde eingesammelt.

Irgendwann war unser kleiner Wirbelwind total geschafft und wir sind heim. Dort wurde erst mal ein 2,5h Mittagsschläfchen abgehalten.
Am Vorabend hatten wir uns in der „Seeliebe“ auf Empfehlung von Karola einen Tisch reserviert. Ihr müsst Euch vorstellen: Ein Restaurant das überall Glas hat und weshalb? Weil es am/auf dem Deich liegt und man bei guten Wetter den Sonnenuntergang zwischen Sylt und Amrum beobachten kann! Hallo?! Eine bessere Location für ein Geburtstagsessen konnte ich mir nicht vorstellen. Und obwohl es sich zum Abend hin zugezogen hatte, kam die Sonne raus als wir uns am Tisch setzten. Ich war so unglaublich selig. Wir haben dann hervorragend gespeist. Sophie hatte eine ganze Portion Nudel mit Tomatensoße verdrückt Da staunte nicht nur die Kellnerin. Wir hatten als Vorspeise: Tapas
als Hauptspeise: Maishähnchen auf Pilzgemüse mit Pertersilienkartoffelmus und Rumpsteak mit Salat und Pommes
und weil Basti nicht der Nachtischtyp ist, ließ er diesen aus. Aber für mich gab es warme Schokoküchlein mit Kürbiskerneis.
Nach dem leckeren Essen sind wir nochmal runter zum Wasser. Also nur den Deich runter und haben die mystische Stimmung genossen, denn mittlerweile kam der Nebel übers Wasser zum Festland.





Irgendwann wurden die Kinder quengelig und als wir auf die Uhr schauten war schnell geklärt warum. Es war fast 21:00Uhr und um diese Zeit schlafen unsere beiden Mäuse eigentlich schon längst.




Als die Mukkis im Bett waren, gönnten wir uns wieder zwei Saunagänge und ließen den Abend ruhig und entspannt ausklingen.
Am nächsten Tag schien die Sonne und wir beschlossen die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden. Die Fahrräder haben wir uns nebenan bei Stephan Lindemann geliehen. 18,00€ per E-Bike plus 6,00€ für den Anhänger  in dem beide Kids Platz fanden plus reichlich Gepäck. Das war das erste Mal auf einem E-Bike für mich und am Anfang ein total merkwürdiges Gefühl. Als würde jmd. anderes di e Pedale treten. Aber bereits nach ein paar Metern war es für mich total normal. So fuhren wir von Utersum nach Nieblum um uns die schöne St. Johannis-Kirche aus der Nähe anzuschauen. 





Überall hoppeln Hasen durch Gegend und man hört die Balzrufe der Fasanen. Das Kirchengelände ist umgeben von einem Friedhof. Es sind überall ganz alte Grabsteine ausgestellt. Durch die raue Nordseeluft wurde das Gebäude immer wieder restauriert und im Moment wird das Mauerwerk Stück für Stück restauriert.
Man betritt die Kirche durch eine schwere Holztür. Im Vorraum sieht man schon mit wie viel Liebe zum Detail in dieser Kirche gearbeitet worden ist.  Die Bänke haben leichte Schnitzereien und eine schöne Bemalung in pertrol/weiß. Diese Kirche ist wirklich eine Schönheit.
Danach fuhren wir Richtung  Nord und sahen dabei Schafe mit Ihren Lämmern, viele Pferde, schöne Häuser und hatten sogar das Glück den Dachdeckern zuzusehen wie sie ein Dach mit Reet eindecken. 



 Den nächsten Halt machten wir bei der St. Nikolai Kirche in Wyk auf Föhr. Linnea ist während der Fahrt eingenickt.

Deshalb haben wir uns die Kirche nur von außen angeguckt. Auch dieser Fassade setzt die Nordseeluft ziemlich zu und sie wird gerade restauriert.

Von da aus ging es in die Einkaufsstraße von Wyk auf Föhr. Diese führt direkt am Wasser entlang. Zur rechten Seite sind süße Lädchen und Straßenkaffees und zur linken Seite ist das Meer, zwar unterbrochen durch vereinzelte Gebäude, aber immer da.  Um uns für die Rückfahrt zu stärken, nahmen wir in einem der schönen Kaffees direkt an der Promenade Platz und gönnten uns ein Stück Marzipankuchen mit Milchshake und eine Portion Milchreis mit Zimt und Zucker samt einem Latte-Machiatto.

 Die Rückfahrt war etwas anstrengender, da wir Gegenwird hatten. Möchte mir gar nicht vorstellen wie es ohne die elektrische Unterstützung gewesen wäre.
Da mittlerweile beide Mädchen schliefen durften wir den Fahrradanhänger  mitnehmen. Bevor es nach Hause ging, machten wir noch einen kurzen Abstecher  zum Frischemarkt auf der anderen Straßenseite um für das Abendessen einzukaufen.
Sophie hilft so gerne beim Kochen und Tischeindecken. Das ist echt niedlich. Zudem schneiden wir jetzt immer zusammen die Zutaten. 


Nach dem gemeinsame Essen ging es für die Mädchen ins Bett. Wir gönnten uns zwei Saunagänge bevor es dann auch für uns "Haja Bubu" hieß...

Teil 2 unserer Föhr-Woche folgt nächsten Sonntag.
Habt einen schönen Abend, Eure Evi aus dem Norden





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