18. August 2016

Im Test: Reboarder, ein Kindersitz halt rückwärts


Es ist mal wieder so weit. Nachdem ich mich schon vor zwei Jahren mit dem Thema Reboarder auseinander setzen musste und wollte, weil Sophie aus der Babyschale rausgewachsen war und es Zeit wurde nach dem nächsten Kindersitz zu gucken, kommt nun auch Linnea langsam in das Alter, dass sie aus der Babyschale in den nächsten Sitz wechselt.
Zuerst: Was ist ein Reboarder? Ein Reboarder ist ein Kindersitz, der in gegen der Fahrtrichtung angebracht wird, so wie die Babyschale.
Das Thema Reboarder ist heute mehr denn je in aller Munde. Derzeit ist im Gesetz festgehalten, dass Kinder bis zu einem Körpergewicht von 10 Kilo rückwärts gerichtet im Auto transportiert werden müssen. Der Transport für größeres Gewicht ist im Moment noch nicht geregelt. Es ist nicht wichtig ob die Kinder vorwärts oder rückwärts fahren.
In Schweden gilt seit Jahren die Pflicht sein Kind bis zu einem Alter von 4 Jahren rückwärtsgerichtet zu transportieren. Welche Gründe hat diese Verordnung?
Laut dem schwedischen ADAC ist das Verletzungsrisiko beim vorwärts gerichteten Kindersitz um einiges höher. Das liegt daran, dass der Kopf der kleinen im Vergleich zum Körper ziemlich schwer ist. Bis zum Altern von 3-4 Jahren ist die Muskulatur der Kleinen nicht stark genug bei einem Aufprall den Kopf so zu halten wie beim Erwachsenen. Fahren die Kinder jedoch rückwärts, werden sie beim Aufprall in den Sitz gedrückt und die Verletzungen, die dann auftreten, sind meist wesentlich leichter. Zusätzlich wird weniger Druck den Gurt ausgeübt, der bei einem vorwärts gerichteten Sitz das Kind zurück hält und die Gefahr bannt durch das Auto geschleudert zu werden.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Reboarder, die im Test sehr gut/gut abschneiden aus Schweden kommen.
Wir durften den *Axkid Minikid* testen. Sophie fährt seit zwei Jahren in ihrem Axkid Kidzone und deshalb war ich umso gespannter, was sich in den letzten zwei Jahren in der Entwicklung getan hat. Wir haben uns bewusst für das Modell mit der Gurtbefestigung entscheiden. Nicht jedes Auto hat ISOFIX und ob unser nächstes Auto ISOFIX haben wird, weiß ich jetzt noch nicht.
Fange ich mal mit dem Punkt Preis/Leistungsverhältnis an.
Während viele Reboarder gut und gerne bei 500,-€ liegen und nur bis 18 Kilo (ca 4 Jahre) genutzt werden können, ist der Minikid bis zu einem Gewicht von 25 Kilo zugelassen, was einem Alter von ca. 6 Jahren entspricht. Kosten tut der MiniKid nämlich ca 400,-€.
Bei Kindern unter zwei Jahren wird empfohlen den Sitzverkleinerer mit zu bestellen, damit auch die Lütten (Kleinen) wirklich sicher im Sitz unterwegs sind.
Während der Kidzone in beide Fahrtrichtung angebracht werden konnte, ist der MiniKid ein reiner Reboarder und kann NUR in entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden. Das hängt damit zusammen, dass sobald ein Sitz in Fahrtrichtung angebracht werden kann, dieser nicht mehr vom schwedischen ADAC als Reboarder getestet wird.
Der Minikid hat den Plustest bestanden (härtester Kindersitz-TEST im Schweden). Dazu muss man sagen, dass man den entweder nur besteht oder nicht besteht.
Die Kopfstütze und die Gurte passen sich automatisch der Körpergröße des Kindes an und müssen nicht manuell eingestellt werden.


 Die 5-Punkt-Gurte sind in Bereich der Schulter weich gepolstert, damit diese nicht auf der Haut der Lütten scheuern. 
Was nicht außer Acht gelassen werden darf, ist dass der Bezug komplett abgenommen und gewaschen werden kann.
Bei Reboarder gilt, dass die nicht in jedem Auto verbaut werden können, somit empfehle ich VOR der Anschaffung in die Fahrzeugliste des Sitzherstellers zu schauen, ob der Reboarder in Eurem Auto eingebaut werden kann.
 Wer den Einbau selbst vornimmt, dem empfehle ich das Video (https://www.youtube.com/watch?v=n_YeW6lAVhQ) anzuschauen, denn die Bedienungsanleitung ist das Einzige, was ich an diesem Sitz wirklich bemängle. Mit dem Video seid ihr gut davor und wenn Ihr den Sitz richtig eingebaut habt, ist er fest. 


 Das ist auch das Problem, weshalb die Reboarder selten in der ADAC Statistik auftauchen. Diese wertet Sicherheit und Einbau zu je 50 %. Ein Kindersitz bringt nichts, wenn dieser falsch eingebaut worden ist. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid bzgl. des Einbaus, dann geht immer in ein Fachgeschäft! Evtl. zahlt man dort 10-30 € mehr, aber jetzt mal ehrlich, die Sicherheit seines Kindes sollte es doch das Geld wert sein, oder?
Nun würde ich gern wissen, wie Ihr zum Thema Reboarder steht. Schreibt es gern in die Kommentare.
Habt es fein, eure Evi aus dem Norden
*der Axkid Minikid wurde uns kostenfrei von Axkid zur Verfügung gestellt. Ich muss woll nicht extra dazuschreiben, dass meine Meinung davon unbeeinflusst bleibt!

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