14. März 2017

#Dienstagspost: Es läuft nicht immer wie geplant


Als wir beschlossen haben Kinder zu bekommen, habe ich es mir traumhaft vorgestellt. Nicht nur Kinder zu haben, sondern auch den Weg bis dahin. Diesen Plan habe ich wohl ohne meinem Körper gemacht. Die erste Hälfte der Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen. 
Am Anfang hatte ich selten Hunger um nicht zu sagen, gar keinen Appetit und verlor 3 Kilo an Gewicht. Allerdings war es am Ende der Schwangerschaft wieder drauf.  Was echt heftig war: Die Müdigkeit. Sie war eine ziemliche Plage. Wirklich. Ich hätte 20 Std am Tag schlafen können und ich sag‘s Euch, es hatte sich nicht nach dem 3. Monat gelegt. In dieser Zeit hat mein Mann so viele Filme gesehen wie noch nie in seinem Leben :D Die Müdigkeit hat sich erst gg Ende des 4. Monats gelegt und kam im 9. Monat wieder.
Das Allerschlimmste waren aber die Stimmungsschwankungen. Keiner konnte es mir recht machen. Ich glaube, ich konnte es mir selbst nicht wirklich Recht machen. Ob es richtige Stimmungsschwankungen waren oder Angst gepaart mit Vorfreude, kann ich bis heute nicht beurteilen. Vielleicht beides. Mein armer, armer damals Freund, heute Mann.
Zudem kamen die Erwartungen der anderen dazu. Wir waren die ersten im Familien- und Freundeskreis, die ein Baby bekamen. Ich wollte es allen Recht machen, damit sie glücklich und zufrieden waren. Natürlich wollte ich auch meinen Arbeitsplatz ordentlich übergeben. Wir wollten noch unbedingt mit unterschiedlichen Leuten zum Weihnachtsmarkt, wir wollten noch mal zum Konzert, nochmal zu zweit in die Sauna und und und. Die Liste war endlos!
Ich denke die Mischung aus allem führte dazu, dass ich vorzeitige Wehen bekam. Ich wusste nicht, dass es schon richtige Wehen waren, die den Gebärmutterhals immer kürzer werden ließen. Dachte immer es sind Senkwehen. Durch meinen wöchentlichen Newsletter war ich bestens informiert. Also funktionierte ich weiter… Arbeitete und machte noch ein Paar Überstunden. Erledigte alle Besuchspflichten und versuchte alles von der ToDoListe zu streichen was ging. Schließlich werde ich mit Kind das alle nicht mehr machen können.
Bis ich kurz vor Weihnachten (20.12 -27ssw-) ein sofortiges Arbeitsverbot und bekam zusätzlich Bettruhe angeordnet wurde.
Der Arzttermin war abends und so ging ich nochmal in die Firma um meine Sachen abzuholen. Das war mein Letzter Arbeitstag. Eigentlich  hätte ich noch 3 oder sogar 4 Wochen arbeiten müssen. Natürlich habe ich mich an die Bettruhe gehalten. Nicht. Denn ein bisschen Haushalt und Kochen ist doch nicht anstrengend.
Am 23.12. mussten wir nochmal zur Kontrolle ins Krankenhaus um zu sehen wie sich der Gebärmutterhals entwickelt hat. Als wir dann dort waren und festgestellt worden ist, dass sich der GMH innerhalb der 3 Tage wieder um 0,5 cm verkürzt hatte, war die Angst der Ärztin groß. Sie wollte mich am besten gleich da behalten! Am 23.12.! Nach Rücksprachen mit dem Oberarzt durfte ich nach Hause, allerdings nur unter der Prämisse, die Bettruhe nur für Toilettengänge und Bett/Couch-wechsel zu verlassen.
BÄM! Das hat gesessen!
Ab da, ja ab da, hielt ich mich an die Bettruhe... Denn ab da gab es kein „Nur noch diese paar Termine“ kein „du musst noch den und den sehen“, denn ab da gab es nur noch „ bitte, bitte bleibt noch in meinem Bauch“…schließlich war ich erst in der 28.ssw…
Weihnachten wurden alle Termine komplett abgesagt und das Weihnachtsessen wurde von meinem Mann zubereitet. Und es war echt gut!
Auch danach ging es fast nur noch im Schneckentempo, außer! Wir beschlossen, dass wir noch vor der Geburt heiraten wollen. 5 Wochen vorm Stichtag. Das ist aber eine andere Geschichte:)
Ich wollte immer schon eine Spontangeburt. PDA ok, aber bitte doch keinen Kaiserschnitt. Schade nur, dass mein Kind ab der 20. ssw nur noch gesessen hat (zumindest auf dem Ultraschall). Bis zum Schluss wollte sich Fienchen einfach nicht drehen. Drehung von außen kam nicht in Frage. Meiner Meinung nach hat alles einen Sinn. Und wenn das Kind sich nicht drehen will, dann greife ich da auch nicht ein. Nachdem ich noch Dr. Google zu Risiken einer Spontangeburt in Beckenendlage befragt habe, stand endgültig fest: Unsere erste Tochter kommt per Kaiserschnitt zu Welt.
Für mich brach meine Welt zusammen. Wie ungerecht konnte das Schicksal sein, dass ich keine Spontangeburt erleben durfte!
Durch das Einhalten der Bettruhe und das genaue hinhören auf den Körper, blieb Sophie noch mehr als 11 Wochen in meinen Bauch. Auch die Aufregung der Hochzeit änderte nichts daran. Sie turnte wild herum und ich genoss es. Genoss es das Wunder zu spüren.
In der 36. ssw saß Fienchen immer noch und ich wurde zur Vorstellung ins KH überweisen. Da wurde alles besprochen: Anästhesie, Risiken des Kaiserschnittes, der Rückenmarkbetäubung etc… Und wir sollten einen Termin für den Kaiserschnitt festlegen. Wenn es nach der Oberärztin gegangen wäre, hätten die Fienchen schon 2 Wochen VOR der Stichtag geholt. So kämpfte ich für jeden Tag und wir einigten uns auf den 01.3. Stichtag war der 06.03.
Darauf bereitete ich alles für den 01.03. vor. Tasche war eh schon seit der 28.ssw gepackt. Aber ein paar Kleinigkeiten blieben noch.
Aber 1. kommt es anders und 2. als man denkt…
Am 28.02. fuhr mein Mann ganz normal zu Arbeit. Ich machte unsere Degus sauber und legte mich danach hin, da ich ziemlich erschöpft war. Durch ein ziemlich lautes Blubb wurde ich geweckt…es war die Fruchtblase, die geplatzt war und ich lag in einem See aus Fruchtwasser… Zum Glück hatte man mich vorgewarnt, dass wenn die Fruchtblase platzt, ich mich sofort hinlegen und einen Rettungswagen rufen soll. Das Köpfchen lag bei mir nicht Becken und hätte den Ausgang verschließen können. Somit könnte die Gefahr bestehen, dass sich die Nabelschnur um den Hals legt. Gut, dass ich schon lag :) Zuerst habe ich die 112 angerufen und dann meinen Mann, der aus allen Wolken fiel: „ Wie es geht schon los, wir haben doch morgen erst den Termin“. Zum Glück kam er schnell heim, schneller als der RW und so sind wir zusammen ins KH. Während mein Mann immer unruhiger wurde, passierte bei mir das Gegenteil. Ich versuchte die Wehen, die in 5min Takt kamen,  weg zu atmen während mich die Krankenschwester oder Hebamme für den OP fertig gemacht hat. Da ich keine Vollnarkose hatte, war mein Mann bei der Geburt dabei und durfte mit als die erste Untersuchung  U1 stattfand. Bevor Sophie untersucht wurde, durfte ich auf dieses wundervolle und vollkommene Wesen einen Blick werfen. Es ist kaum im Worte zu fassen. Die Liebe, die man in der Schwangerschaft empfindet, ist wundervoll. Aber wenn man dieses kleine Wesen das erste Mal spürt, es ist so als würde man von eine Lawine der Liebe überrollt werden.
Da wir uns dafür entschieden haben, dass mein Mann das Bonding übernimmt so lange ich im OP bin, verbrachte Fienchen die erste halbe Stunde ihres Lebens auf der Brust ihres Vaters… Ich fand den Gedanken schrecklich, dass sie 20-30 min fast keinen Hautkontakt haben würde, wenn sie bei mir im OP bliebe. Ganz schrecklich. Somit habe ich mich bewusst FÜR das Bonding durch meinen Mann entschieden… und bis heute bereue ich es nicht…

Euer Küstenmädchen aus dem Norden


Kommentare:

  1. Ach bin ich froh, dass am Ende alles gut geklappt hat! Ich drücke auch aus der Ferne und wünsche euch alles Gute!
    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Liebe Tanja,

      wir sind auch froh, dass ales gut gegangen ist.
      wünsche Dir einen schönen Tag,
      liebe Grüße
      Evi

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Danke für Eure Zeilen <3