18. April 2017

Dienstagspost: Beziehung statt Erziehung



 Hallo meine Lieben,

heute übernimmt meine liebe Wiebke die Schreibfeder für den Dienstagspost. Kennengelernt habe ich sie über ihren Instagram-Account. Wir tauschen uns regelmäßig aus was die Erziehung angeht, bzw "erzieht" Wiebke die Piepmadame unerzogen.
Los geht's und Bühne frei...
 Beziehung statt Erziehung

Bildrechte @piepmadame

"Du kannst doch dein Kind nicht immer machen lassen, was es will!"

"Wie soll das funktionieren ohne Grenzen?! Lässt du es dann auch einfach auf die Straße rennen und es soll selbst schauen, was dann passiert?!"

"Es kann sich doch nicht alles immer nur um das Kind drehen! Also spätestens wenn Nr. 2 kommt, könnt ihr SO nicht mehr leben!" 

"Wenn du dein Kind immer allein entscheiden lässt, musst du dich nicht wundern, wenn es auszuckt - du überforderst es vollkommen."

Und so weiter.

So oder so ähnlich sehen 99% der Reaktionen aus, wenn ich davon erzähle, dass wir "unerzogen" miteinander leben. Die Liste der Vorurteile ist lang und länger und der kleine Tyrann angeblich längst vorprogrammiert. Dabei ist unerzogen genau das Gegenteil von diesen Vorurteilen. 

Bedürfnisse - deine, meine, unsere 

Dem unerzogenen Leben "vorgelagert" empfinde ich die Bedürfnisorientierung. Kurz: Die Bedürfnisse des Kindes werden gesehen, gehört und erfüllt. 
Aber selbstverständlich habe auch ich Bedürfnisse. Oder mein Mann. Oder wir als Paar. Oder (später dann) ein zweites Kind. Und an dieser Stelle beginnt die "Arbeit": Welches Bedürfnis wiegt mehr? Wer kann (länger) zurückstecken? Aber vor allem: Wie kann man alle Bedürfnisse unter einen Hut kriegen? 
Statt "entweder/ oder" versuchen wir zu "UNDen", wo es nur geht. Gemeinsam statt jeder für sich. Dafür braucht es Geduld, Kreativität und ein Stück weit Erfahrung aus vorangegangenen Situationen, aus denen man lernen konnte. 

So wird aus "Wenn du nicht zum Tisch kommst, gibt es eben nichts zu essen!" ein "Wir haben jetzt Hunger und wollen mit dir gemeinsam essen - wir können zusammen am Sofa picknicken!" 

Aus "Wenn du dich nicht anziehst, können wir nicht rausgehen!" wird "Ich will gern raus, komm ich nehme deine Sachen mit und du ziehst sie draußen an, wenn dir kalt ist!"  

Aus "Hör auf mit dem Essen zu spielen, sonst nehme ich dir es weg!" wird "Ich sehe, dass du untersuchen möchtest, was du isst.  Ich will aber später nicht alles putzen. Bitte wirf das Essen danach in diese Schüssel."

Die Aufgabe liegt darin, die eigenen Bedürfnisse verbalisieren, um so authentisch in der Reaktion zu werden, eine Alternative zu suchen und Kompromisse zu finden und - dazu Angstfrei leben.

Denn nur, weil ihr mal am Sofa picknickt, wird euer Kind nicht plötzlich verlernen am Tisch zu essen! Auch dann nicht, wenn das "mal" fünfmal hintereinander sein muss. Es wird nichts passieren - außer, dass ihr ein harmonisches Essen miteinander habt. Versprochen. 

Die Sache mit den Grenzen...

Allgemein wird behauptet, Eltern müssten Grenzen setzen, um das berüchtigte auf-der-Nase-tanzen zu verhindern... ich persönlich finde, dass das Blödsinn ist. 
Denn Grenzen, die wir uns ausdenken, verhindern in erster Linie Beziehung! Meistens sind diese ausgedachten Grenzen nämlich nur dazu da, uns Erwachsenen das Leben zu erleichtern... weil wir zum Beispiel keine Lust haben schon wieder aufzuräumen. Deswegen erfinden wir Grenzen, die wir meinen mit allen uns möglichen Mitteln zu verteidigen (wenn/dann, bis drei zählen etc). Und dieser Machtmissbrauch verhindert dann eben wirkliche gleichwürdige Beziehung. (Die Lösung ist auch hier das UNDen anstatt nur den eigenen Willen auf Kosten des Kindes durchzusetzen!!)

Darüber hinaus gibt es zahlreiche natürliche Grenzen: Grenzen, die einfach DA sind. Denn selbstverständlich läuft mein Kind nicht unbeobachtet auf die Straße, spielt allein mit offenem Feuer oder haut auf andere Kinder ein. Grenzen sind dort, wo wir vor Lebens- und Gesundheitsgefahr schützen müssen oder die persönliche Freiheit eines anderen verletzt wird! Und damit gibt es mehr als ausreichend Grenzen, um zu lernen wir das Leben und das Miteinander funktioniert. 

Beziehung statt Erziehung - niemals allein 

Und weil wir nun wissen, dass alle Bedürfnisse wichtig sind und wir uns nicht in einem grenzenlosen Raum bewegen - ist auch ganz schnell klar was statt Erziehung passieren muss. 
Denn jetzt einfach nur die Erziehung wegzulassen würde ganz klar zu einem verwahrlosten Laisser-faire Zustand führen - aus dem dann auch schon mal ein kleiner Tyrann entwächst. 
Das Kind wäre sich selbst überlassen, hätte keine Anhaltspunkte mehr und wäre natürlich überfordert. 

In den Raum der entsteht sobald wir Erziehung weglassen muss also Beziehung treten: ich bin bei meinem Kind. Immer! 
Einmal lebe ich VOR und geben dadurch Orientierung und dann lebe ich MIT und leite das Kind durch die Situation. Ich erkenne was gerade passiert, um das Kind herum, aber auch im Kind drin. Ich helfe, verbalisiere, fühle mit. 
In einem Leben ohne Erziehung ist niemand alleine. Wir halten uns an den Händen, sehen uns in die Augen und spüren wie es dem anderen geht. 

Erziehung wegzulassen ist nicht leicht. Besonders dann nicht, wenn man es schon ein paar Jahre so gemacht hat wie es nun mal erwartet wird. Erziehung wegzulassen bedeutet sich mit sich selbst, den eigenen Eltern und der eigenen Kindheit (manchmal schmerzhaft) auseinanderzusetzen. Erziehung wegzulassen bedeutet, dass man ganz viele Situationen erstmal auch aushalten lernen muss. 
Doch mit der Zeit wird es leichter. Wenn/dann Drohungen werden absurder. Bis drei zu zählen fühlt sich lächerlich an. Stattdessen ist da Stolz über jede "neu" gemeisterte Situation. Über jedes in Beziehung gehen. Über das Erkennen in der Tat des Kindes. Über die Erkenntnis, dass es anders geht. 
Und so wächst man, versteht mehr und kommt an - in einem Leben ohne Erziehung.

Danke liebe Wiebke für Deine Gedanken.

Wie seht Ihr das? Erzogen oder unerzogen?

Liebe Grüße aus dem Norden, Eure Evi 

11. April 2017

Ein letztes DIY für Ostern



Im Moment weiß ich gar nicht, was ich noch alles für Ostern basteln möchte. Genug Ideen bieten die Blogs, Instagram und Pinterest. Allerding ist nächste Woche schon Ostern und dann ist alles vorbei. Zudem habe ich schon einiges gebastelt und hab eigentlich keinen Platz mehr. Oder anders gesagt, Platz hätte ich schon, aber ich möchte nicht, dass die Deko mich erschlägt. Es ist Frühling und die Dekoration soll nicht zu schwer sein. Somit gibt es heute leichte Eier.
Perfekt für den Osterstrauß.

Ihr braucht dafür:
-          Eine Schur
-          Eierschablonen
-          Styropor
-          Nägel
-          Flüssig Kleber (habe Leim benutzt)
Die Schablonen mit Nägeln befestigen. Die Schnur in eine Mischung (aus Kleber und etwas Wasser) tauchen, das überflüssige Wasser abstreifen.
Zuerst die Schnur im Kreis über jeden Nagel spannen und danach kreuz und quer über die Nägel spannen. Das Ganze trocknen lassen. Vorsichtig die Nägel entfernen und eine Schnur „oben“ durchstecken et voilá!



Übrigens ab nächsten Monat wird es eine neue Rubrik auf dem Blog geben: „Bei Euch zu Hause“. Blogkolleginnen und Leser werden Euch und mir einen Einblick in ihr Zuhause geben. Darauf freu ich mich schon sehr. 

Habt einen schönen Abend, 
Eure Evi aus dem Norden